Gestern Abend krank. Also, heute statt der gewohnten Lektüre, früh, den Blogartikel fertig stellen, damit ich rechtzeitig veröffentlichen kann. Klappt alles ...
Kaffeepause.
... Dann, etwas Netzwerken, den Artikel bei Facebook und Twitter bewerben ...
... die Friedenspreisrede von gestern, mich interessiert der Text naturgemäß mehr als der TV-Event-Pomp, deshalb in schriftlicher Form, von der Seite des Friedenspreises kopieren und in meine Zeitläufte einfügen: Mein Weltgedächtnis bereichern. Das digitale Archiv ist so privat. Für mich. Ich lese die Rede und markiere Wichtiges in grün, rot und grau. Drei Mal grau. Gesamteindruck: Es geht Frau Emcke um Individualität, Zugehörigkeit. um den Kampf gegen das ständige Setzen von Differenzen, et cetera. ...
... Politikrecherche: US-Wahl, Irak, Flüchtlinge. Trump trompetet so langsam aus, im Irak stellt sich die Frage, wie schnell sich die momentane Allianz gegen IS nach dem 'Sieg' entzweien und gegenseitig bekämpfen wird und das Flucht kein Verbrechen ist, wissen wir alle. ...
Müsli.
Lektüre. Zweiter Kaffee. Ein Kapitel Siri Hustvedt, es geht um Kunst, Bücher und Liebe. Gefällt mir. Ein kurzes, mich dieses Mal überzeugendes Kapitel aus Dan Browns Feder. Mythisch, spannend, real. Dazu ein paar Seiten aus Martin Walsers großem Goetheroman.
Ich klappe das Buch zu und stelle mir, wie manchmal, Goethe, unter einer seiner Statuen, auf der Treppe stehend, vor wie er seine Finger über den Geländermarmor gleiten lässt und raunt: -Was Du so gedacht hast, lieber Kriegsgott? ...
Rohkost: Gurke. Halbe Stunde Pause. Die Neuerscheinungen von der Messe müssten bald da sein ...
... Arbeit am Roman: Nach den ersten fünf Romanseiten Katja ist jetzt erst mal Martin dran ... den von Grund auf zu erfinden/definieren, wird mir ein wichtiges Ereignis sein. Da er der 'Böse' ist, muss ich darauf achten, seine positiven Seiten herauszustellen ... es wird sonst unglaubwürdig ... Im großen Plot ein paar Dinge geändert ... Frage, ob sich der Roman auf die Innenwelten ( + Gespräche) beschränken soll oder ob wir uns auch ein bisschen Darstellung/Beschreibung von Außenwelt gönnen ...
Mittagspause: Arte Journal, mein Brot. Fegen.
... Dramatik: Entscheidung, im ersten Teil der Elektraüberschreibung der sophokleischen Strukturvorgabe zu folgen, nur die Struktur, inhaltlich spielt das Stück vA gegenwartsbezüglich.
Der Antikenmythos und die Situation der griechischen Tragödie sollen aber auf der Bühne wirkmächtig werden ... Problem, das gewählte Hartz-IV-Milieu dafür vielleicht verlassen zu müssen. ... Entscheidung darüber aufgeschoben.
Das bestellte Buch mit Elektratexten aus drei Jahrtausenden wird vermutlich einiges erhellen ... ach, die zwei Elektraseminare an der Uni fallen mir ein, das Buch hätte da gut rein gepasst. Der entsprechende Professor hat damit mein Interesse am Mythos aufgeweckt. Tolle Zeit!
... Außerdem zu wenig Tragödientheorie gemacht. Hänge noch bei Schiller ... beschlossen, den politischen Aspekt des Theaters stärker zu machen, vielleicht Elektra vom Grundgesetz aus zu verorten, oder, Rene Girard miteinbeziehen, was fällt mir noch ein: Kastration des psychologischen Begriffs des Elektrakomplexes oder Sophokles, Hofmannsthal und Sartre dialogisieren die Unterschiede ihrer eigenen Elektraversionen zu dieser oä ... ..
Sechzehn Uhr, Feierabend. ...
Vorabend. Arbeit am Blog. Social Media, Nachrichten im Fernsehen. Pause.
Abend: Etwas Lektüre. ...
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Dienstag, Oktober 25, 2016
Montag, November 11, 2013
Gestammelte Laute / endlose Schreie
Im Theater gibt es nicht nur Sprache im Wortsinn, nein, es gibt auch Sprache im archaischen, lautlichen oder tonhaften Sinn.
Das wissen wir frühestens seit der griechischen Praxis der Klagelaute in der antiken Tragödie oder auch seit Artaud's Theorie eines Theaters der Grausamkeit und den Experimenten, die Peter Brook und viele Andere mit dieser Theorie angestellt haben.
Aber es ist eine zeitlose Idee und: Etwas total Faszinierendes. Warum? Weil durch die lautliche Ebene tiefere Schichten des Bewusstseins freigesetzt und ausgedrückt werden können. Die Affenartigkeit auch noch des urbanen Menschentiers freizulegen, seinen Bezug zu den Eingeweiden: viszerale Macht des Instinkts. Aber wozu würde das führen?
Man stelle sich einen Schrei vor, der alles Leid der Welt umfasst, allen kreatürlichen Schmerz enthält. Dann macht man einen Theaterabend daraus. Eine Choreographie nackter Körper, die im Veitstanz über die Bühne krampfen und zuckend archaische Laute oder heisere, endlose Schreie von sich geben. Dazu Trommeln, elektrische Klangcollagen und verzerrtes Nachrichtengeplapper. Puppen, die ihre sklettigen Finger ausstrecken und die ganze Zeit klappern, ein einziger, riesiger Alptraum von fünf Stunden Länge, der bei Hunderten Zuschauern Traumata hervorrufen würde, Theaterfolter, bis die Zuschauer mitschreien....
Ja, es ist eine faszinierende Idee, aber: die Menge macht das Gift.
Das wissen wir frühestens seit der griechischen Praxis der Klagelaute in der antiken Tragödie oder auch seit Artaud's Theorie eines Theaters der Grausamkeit und den Experimenten, die Peter Brook und viele Andere mit dieser Theorie angestellt haben.
Aber es ist eine zeitlose Idee und: Etwas total Faszinierendes. Warum? Weil durch die lautliche Ebene tiefere Schichten des Bewusstseins freigesetzt und ausgedrückt werden können. Die Affenartigkeit auch noch des urbanen Menschentiers freizulegen, seinen Bezug zu den Eingeweiden: viszerale Macht des Instinkts. Aber wozu würde das führen?
Man stelle sich einen Schrei vor, der alles Leid der Welt umfasst, allen kreatürlichen Schmerz enthält. Dann macht man einen Theaterabend daraus. Eine Choreographie nackter Körper, die im Veitstanz über die Bühne krampfen und zuckend archaische Laute oder heisere, endlose Schreie von sich geben. Dazu Trommeln, elektrische Klangcollagen und verzerrtes Nachrichtengeplapper. Puppen, die ihre sklettigen Finger ausstrecken und die ganze Zeit klappern, ein einziger, riesiger Alptraum von fünf Stunden Länge, der bei Hunderten Zuschauern Traumata hervorrufen würde, Theaterfolter, bis die Zuschauer mitschreien....
Ja, es ist eine faszinierende Idee, aber: die Menge macht das Gift.
Montag, November 04, 2013
Ein neues Stück schreiben/WERKSTATT
Also, ich bin mal wieder soweit und will ein glorreiches, neues Stück schreiben. Irgendwie muss man ja anfangen. Ich muss zugeben, dass ich die Dramatik aus einer zeitweisen Abneigung und auch aus Zeitmangel heraus vernachlässigt habe. Wie das halt manchmal so is'. Doch ich bin zurück. Und will ein Stück schreiben.
Erster Schritt: ausreichend Bücher über/mit Theater in die Leseecke packen und regelmäßig lesen. Was ich dann brauche, ist ein adäquates Thema, verrückte Figuren und einen lockeren, angedeuteten, roten Faden, in dem sich später die Performance entfalten kann.
Parallel dazu lese ich Kritiken, schaue mir Theaterfotos an und versuche, dem Gegenwartstheater auf der Spur zu bleiben.
Wichtig ist auch, dass ich mir grundlegende Gedanken über Theater mache, wie funktioniert es, wie ist es, was kann es leisten, was nicht? Das fließt alles mit ein.
Irgendwann geht die Träumerei los. Ich warte darauf, dass sich die Figuren verhalten, bewegen, sprechen, dass Inhalte anklopfen und sagen, hey, ich bin wichtig. Das kann ganz schön lange dauern, bis alles soweit stimmt.
Erste Schreibversuche kommen früher oder später dazu, einzelne Monologe, erste Dialoge, Bekenntnisse, Einstellungen, Ideologien.
Dann arbeite ich so weiter, bis der Rohbau fertig ist, dann wird geschrieben und am Ende steht das Haus da.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich habe ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun.
Erster Schritt: ausreichend Bücher über/mit Theater in die Leseecke packen und regelmäßig lesen. Was ich dann brauche, ist ein adäquates Thema, verrückte Figuren und einen lockeren, angedeuteten, roten Faden, in dem sich später die Performance entfalten kann.
Parallel dazu lese ich Kritiken, schaue mir Theaterfotos an und versuche, dem Gegenwartstheater auf der Spur zu bleiben.
Wichtig ist auch, dass ich mir grundlegende Gedanken über Theater mache, wie funktioniert es, wie ist es, was kann es leisten, was nicht? Das fließt alles mit ein.
Irgendwann geht die Träumerei los. Ich warte darauf, dass sich die Figuren verhalten, bewegen, sprechen, dass Inhalte anklopfen und sagen, hey, ich bin wichtig. Das kann ganz schön lange dauern, bis alles soweit stimmt.
Erste Schreibversuche kommen früher oder später dazu, einzelne Monologe, erste Dialoge, Bekenntnisse, Einstellungen, Ideologien.
Dann arbeite ich so weiter, bis der Rohbau fertig ist, dann wird geschrieben und am Ende steht das Haus da.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich habe ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun.
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