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Freitag, Januar 10, 2014
Entfremdete Verfremdung?
Nach Brecht muss die Theateraufführung die Prozedur des Verfremdens durchlaufen. Sein episches Theater sollte die kritische Denkfähigkeit, den rationalen Verstand schärfen, um der (Bühnen-)Illusion zu entgehen. In Ablehnung der aristotelischen Katharsis geht es bei Brecht nicht um Einfühlung, Erleben oder um exakt so etwas wie Reinigung, sondern um die Ermächtigung des Zuschauers zu eigenständiger Ideologiekritik.
Brechts Theorie zur Verfremdung schließt allerdings so, wie sie ist, zu viel aus. Der Zuschauer ist auch empfänglich für subtilere Impulse. Am empfänglichsten ist er, wenn er, gut unterhalten, im dramatischen roten Faden und in der Liveness der Theateraufführung so weit versinken kann, dass er sich selbst, sein eigenes Leben, seine eigenen Probleme vergessen kann. Jetzt ist er offen für etwas Anderes. Zum Beispiel für das Problem der Demenz oder der Flüchtlingsthematik, die etwa auf der Bühne präsentiert werden. Solche Diskurse, mit unterhaltendem Erzähl/Showtheater verbunden, dringen viel tiefer in den Zuschauer ein, als es die reine Behauptung der Ratio könnte. Wenn wir jetzt jedoch die epischen Bühnenmittel der Verfremdung so geschickt nutzen, dass sie die karthatische Intensität der Aufführung unterstützen, dann erhalten wir ein synthetisches, brodelndes Substrat der eigentlichen Ideen, die dahinter und dazwischen die Szenerie beherrschen.
Die des Gefühls, der sinnlichen Erfahrung entfremdete Verfremdung, eingebunden in so etwas wie Theater als Ereignis und Geschichte, wird in entsprechender Synthesis ihre Erfüllung finden können.
Der frühe Brecht hat selbst durchaus so inszeniert.
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Montag, November 04, 2013
Ein neues Stück schreiben/WERKSTATT
Also, ich bin mal wieder soweit und will ein glorreiches, neues Stück schreiben. Irgendwie muss man ja anfangen. Ich muss zugeben, dass ich die Dramatik aus einer zeitweisen Abneigung und auch aus Zeitmangel heraus vernachlässigt habe. Wie das halt manchmal so is'. Doch ich bin zurück. Und will ein Stück schreiben.
Erster Schritt: ausreichend Bücher über/mit Theater in die Leseecke packen und regelmäßig lesen. Was ich dann brauche, ist ein adäquates Thema, verrückte Figuren und einen lockeren, angedeuteten, roten Faden, in dem sich später die Performance entfalten kann.
Parallel dazu lese ich Kritiken, schaue mir Theaterfotos an und versuche, dem Gegenwartstheater auf der Spur zu bleiben.
Wichtig ist auch, dass ich mir grundlegende Gedanken über Theater mache, wie funktioniert es, wie ist es, was kann es leisten, was nicht? Das fließt alles mit ein.
Irgendwann geht die Träumerei los. Ich warte darauf, dass sich die Figuren verhalten, bewegen, sprechen, dass Inhalte anklopfen und sagen, hey, ich bin wichtig. Das kann ganz schön lange dauern, bis alles soweit stimmt.
Erste Schreibversuche kommen früher oder später dazu, einzelne Monologe, erste Dialoge, Bekenntnisse, Einstellungen, Ideologien.
Dann arbeite ich so weiter, bis der Rohbau fertig ist, dann wird geschrieben und am Ende steht das Haus da.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich habe ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun.
Erster Schritt: ausreichend Bücher über/mit Theater in die Leseecke packen und regelmäßig lesen. Was ich dann brauche, ist ein adäquates Thema, verrückte Figuren und einen lockeren, angedeuteten, roten Faden, in dem sich später die Performance entfalten kann.
Parallel dazu lese ich Kritiken, schaue mir Theaterfotos an und versuche, dem Gegenwartstheater auf der Spur zu bleiben.
Wichtig ist auch, dass ich mir grundlegende Gedanken über Theater mache, wie funktioniert es, wie ist es, was kann es leisten, was nicht? Das fließt alles mit ein.
Irgendwann geht die Träumerei los. Ich warte darauf, dass sich die Figuren verhalten, bewegen, sprechen, dass Inhalte anklopfen und sagen, hey, ich bin wichtig. Das kann ganz schön lange dauern, bis alles soweit stimmt.
Erste Schreibversuche kommen früher oder später dazu, einzelne Monologe, erste Dialoge, Bekenntnisse, Einstellungen, Ideologien.
Dann arbeite ich so weiter, bis der Rohbau fertig ist, dann wird geschrieben und am Ende steht das Haus da.
Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Ich habe ja schließlich auch noch andere Dinge zu tun.
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