-Weil Sie nicht geholfen haben, lassen wir Sie nicht leben.
Wie soll ich geholfen haben, ich habe gelesen und geschrieben.
Der Bannfluch, unter dem die Manipulateure die Gedanken der lemurischen, halb verstorbenen Literaten gern zu Staub zermahlen, folgt nur der Logik opaken Nicht-sehen-Könnens. Was in deiner eigenen Welt leben heißt, können dir die Leute, kann Jedermann dir nicht sagen. Die Leute kennen nur das Pandaimonion des jeder gegen jeden, wir kämpfen im Höchstfall um narrative Lösungen für die Pandemie der erzählerischen Probleme oder um möglichst gelungene Tiefenanalysen von Textflächen. Erkläre das mal der gegen alle übertrieben wehrbereiten Hausfrau von nebenan ...
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Das idiomische Verhaspeln, das in zu kurzen Gedanken kleinbürgerlich über uns bestimmen will, das stereotype Verkennen des Einzelnen, der sich selbst genug ist, weil er Bücher hat und Literatur macht, ist komisch, die erreichen uns nicht und viele sind mindestens neidisch. Die Pastille der Volkserregung wollen wir aber nicht schlucken. Und weil wir sie ausspucken, mögen sie uns nicht ...
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Als Literat den Frieden leben. In einer Welt, in der alle streiten, ist das sonderbar ... weil aber ohne Frieden kein literarisches Arbeiten möglich ist, zumindest gilt das für mich, leidet das Lesen und Schreiben unter der universalen Schlacht alle gegen alle sehr. Wenn der kleinbürgerliche Krieg der Vater aller Dinge sein soll, ist die großherzige Muse die Mutter, Geliebte und Schwester aller armen Poeten. Wer kämpft, verliert ... zumindest Zeit zum Arbeiten ...
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Kaum jemand liest ... wir sind die Kaste der Wissenden in Hierarchien aus Unwissenheit. ... Es gibt schon ganze Städte ohne Buchhandlungen, wenn die 90 % so weiter machen, müssen wir bald in gesonderten Bussen fahren oder dürfen nicht mehr vor Nichtlesern etwas sagen ... weil sie sonst hauen und stechen ...
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Donnerstag, März 15, 2018
150318 Der arme Poet
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Montag, Oktober 24, 2016
betrachtungen 1 /241016 Europen und der Stier
Toleranz bedeutet, das Andere, Bedrohende, nicht auszugrenzen, sondern zu integrieren. Wenn die alten Griechen den Dionysoskult nicht mit in ihre Festordnung eingebunden hätten, hätte die Sprengkraft des Ekstatischen Attika vernichten können. Aber es kam anders. Die Peisistratiden brachten, im 6. Jhrd. vor Christus, den Rausch, den Sexus und das Emotionale unter die Kontrolle der Zwecke der Tyrannis, einfach, indem sie den Volksglauben staatlich legitimierten und organisierten: als Dionysosfest. Daraus ist dann unter Anderem das europäische Theater entstanden. Wenn wir heute etwas daraus lernen können, dann, dass uns Toleranz helfen kann. Dadurch, das wir die Flüchtlinge, den Islam, die Prekären, die Drogen, zu einem Teil von uns machen, entsteht nutzbare Vielfalt. Selbst die steinharten griechischen Tyrannen wussten das. Es ist eine Schande, das die hysterische Europe auf dem mythischen Stier der Ideologien reiten darf, der sich Zeus nennt, doch wie der Ochse immer nur libidinös täuscht. Rechte vortäuscht. Das kleine Europa, scheinbar wattiert durch seine erklärten Rechte, ideologisiert diese durch Mittel, welche von medialen Verwischungen über politische Verirrungen bis hin zur partiellen Unsichtbarkeit dieser Rechte im Falle der bestehenden, strukturellen Defizite im Gesellschaftlichen, Sozialen und Rechtlichen reichen. Der Ungerechtigkeiten gibt es genug, die Probleme sind riesengroß. Minderheitenrechte, Hartz-IV- und Asylgesetzgebung, Arbeitsleben, Gesundheitswesen, Mobilität, Natur und Altersarmut sind davon nur einige. Wenn die Herrschenden in Europa die Integration des Fremden, Neuen, Anderen so ernst nähmen, wie die den Dionysoskult ins Staatswesen aufnehmenden, alten Griechen, wir hätten viel gewonnen. Es gäbe genug denkerische Innovationskraft, um so ein Projekt anzugehen. Das Projekt der Integration alles Differenten.
Nur ist es nicht machbar. Weil der Mensch der Mensch ist; Der egoistische Mensch. Der alles hat, mit Ausnahme der nötigen Toleranz. Der selbst schreit, wenn er nur erkältet ist. Oder. Geld. Verliert. Oder: Luxus, Zeit und die üblichen Verwöhnungen. Und was im Kleinen gilt, trifft meist auch auf das Große zu. Staaten, Banken, Institutionen, Medien. Der egoistische Staat und viele seiner Vertreter beispielsweise haben immer ihre Häupter den gleicheren Tieren hingeneigt, die Tolerierten fressen aus dem Trog der Macht wie der Akzeptanz, die angeblich weniger Werten, die Verachteten, die 'Extremisten', hungern bis zum Ersten des Monats. Hast Du Geld, Macht oder Ansehen, wirst Du toleriert, gehörst Du dazu. Hast Du Hunger, bist Du arm, fremd oder anders, stoßen sie Dich ab, wie ein Paket wertloser Aktien. Sie sprechen in ihrem Wahn von Grenzschließungen, Abschiebungen, Hartz-IV-Verschärfungen oder -Sanktionen, Rentenkürzungen, Arbeiten bis 67, benachteiligen oder diskriminieren Kranke, Behinderte, Alte, Flüchtlinge, Frauen und Migranten und reden sonntagsredig von notwendigen Verbesserungen oder den Werten des Grundgesetzes, nur um in der Woche den nächsten Wahnsinn zu beschließen.
Nötig wäre das, was viele nicht haben: Etwas mehr Toleranz. Toleranz statt Hass oder Gleichgültigkeit. Doch dazu reicht es bei ihnen nicht, im Kleinen wie im Großen, Europe lässt den ideologischen Stier durchgehen, wie es ihr passt. Reichen würde, den ethischen Anspruch des Grundgesetzes ernst zu nehmen. Reichen würde auch, es den Griechen gleichzumachen, das Fremde zu integrieren, anstatt es für immer auszuschließen ... etwas mehr Offenheit zu beweisen ... wir würden feststellen dürfen, das sich alles verbessern würde, das viele Problemstellungen verschwänden ... aber der gierige, machtbesessen verhärtete, nur an sich und seine hassvolle Gemütlichkeit denkende homo sapiens zeigt derart wenig Weisheit, das das Schreien der Benachteiligten uns selbst hier, 'über allen Wipfeln', die berühmte Ruhe stiehlt ... möge Europe den göttlichen Stier mehr beherrschen können, wir hätten alle was davon.
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Freitag, Mai 30, 2014
darstellung von körperkämpfen
Menschliche Körper neigen oft dazu, Kämpfe mit anderen Körpern anzufangen. Ob bewusst oder unbewusst, ständig wandern Impulse hin und her, bauen sich Spannungen auf oder ab, wird mit Blicken um Territorien gerungen, mit Gesten Macht betoniert oder mit Energien Dominanz aufgebaut. Daraus entsteht ein ungeheurer Stress, ein ständig brodelnder Körper verbrennt irgendwann. Im Normalfall ist dieser Stress schlimm genug, doch bis zum Burnout ist es ein weiter Weg. Was passiert jetzt mit Menschen, die eine Behinderung haben, die so minderbelastbar sind, dass die diese Körperkämpfe nicht aushalten können? Ganz einfach, diese Menschen leben in Gesellschaft in ständiger Überlastung. Ich spreche von Spastikern, Dystonikern, Parkinsonerkrankten.
Diese Körperkämpfe im Theater darzustellen, hochqualifizierte Schauspielerkörper die Verrenkungen, Kontrollverluste, Verkrampfungen spielen zu lassen, auch die psychologischen Folgen dieser Körperkämpfe und der Geschichten drumherum sichtbar machen, scheint mir gesellschaftliche Pflicht des Theaters als aufklärerischer Instanz zu sein. Ähnliche Fähigkeiten hat kein anderes Medium. Höchstens der Film. Wenn das Theater es schafft, die Problemfelder von Bewegungsgestörten so zu vermitteln, dass dadurch ein Problembewusstsein zumindest in Teilen der Gesellschaft entsteht, wäre Vielen geholfen. Zudem könnte daraus eine wunderbare Choreografie entstehen, tolles Theater, dass begeistert.
Diese Körperkämpfe im Theater darzustellen, hochqualifizierte Schauspielerkörper die Verrenkungen, Kontrollverluste, Verkrampfungen spielen zu lassen, auch die psychologischen Folgen dieser Körperkämpfe und der Geschichten drumherum sichtbar machen, scheint mir gesellschaftliche Pflicht des Theaters als aufklärerischer Instanz zu sein. Ähnliche Fähigkeiten hat kein anderes Medium. Höchstens der Film. Wenn das Theater es schafft, die Problemfelder von Bewegungsgestörten so zu vermitteln, dass dadurch ein Problembewusstsein zumindest in Teilen der Gesellschaft entsteht, wäre Vielen geholfen. Zudem könnte daraus eine wunderbare Choreografie entstehen, tolles Theater, dass begeistert.
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