Mittwoch, Oktober 19, 2016
beschreibungen 2 /191016 flackernde impressionen
Busfahrt. Im Gefäde der Hyperaktiven, der 'normalen' Getriebenen, bin ich kontemplativ getrieben. Mir fällt Walter Benjamin ein: -Langeweile ist der Traumvogel, der das Ei der Erkenntnis ausbrütet.- Hier nur Blickfangvögel, Schädelkrieg. Meine Beile in ihren Köpfen. Bis alle Erkenntnislosen das Lied der ewigen Stille singen ...
... Vergittertes Fenster: Weiß. Dahinter ein weißer, ebenfalls. Clownskopf. Der Fahrer konzentriert sich: Kontrolliert kommt das Mammut voran. Traum, das der Clown sich in den Kopf schießt.
Was es gab, war das Fenster ...
Dann: Ein paar Roma steigen ein, hintere Tür. Freie Fahrt für existenzielle Gestalten. Wäre Jedermann so gut, das zu erlauben, wir wüssten es ...
... Die Frau gegenüber ist nervös vom Übergewicht. Glotzt. Jeden. An. Stresst. -Ich kenne mich nicht aus.- Baby, schwarzes Wissen würde dir auch stehen. Geschafft. Sie kuckt weg. Ich komme wieder zu mir zurück ... nightmare town.
... Kontemplativ, zurückgenommen ...
Inszenierte, lamentierende Fahrgastköpfe: Zwölf gesellschaftlich korrelierende Häupter, deren motorische Zentren die übliche, beherrschte Achterbahn fahren...
... Eine alte Frau kriegt das Zittern. Linker Hand. Dahinter eine Muslimin, mit stolzen, gottgefälligen Augen unter dem purpurnen Kopftuch. Ich fühle mich ehrenwert. Sie schaut auf meinen Adlerring und lacht. Wir kreisen über dem Berg ...
Ein volltätowierter, brauner Großkatzenkörper steigt ein. Schreitet. Vorbei. Sweet wave of beauty. Setzt. Sich. ...
... Ich atme, schaue. Mein Nicht stellt sich ein. Das Schlachtschiff, immer noch zitternd zur linken Hand, richtet den Fangblick auf mich. Auch meine Hand bebt. Wer sie ist, die Himmel der Literatur zu stören, den Frieden entbrannt vereitelnd. MUSST SEIN! Verwünsche sie und ihre Familie bis ins vierte Glied. Sie lässt ab. Aber. Glaube. Meine Hand beruhigt sich ...
Der Bus brodelt vor Geschichten, Beschreibbarem, Lebhaftem ... wo denn die Langeweile hin ist, der Traumvogel. Ich finde ihn hier, es gibt ihn ...
... Draußen, der Kirmesplatz. Das Zelt eines Figurentheaters verheißt Verzauberung; Holzpuppen, Schnüre. Ein LKW schiebt sich davor ... der Fahrer sieht aus wie der Clown von gerade. Ampel. Grün: Allgemeine Akzeleration.
... Einer liest ein Buch, seelenruhig. Ein Krimi. Dem Zwirn nach ist er Student. Ein Horusfalke unter Tauben und Krähen. Wie er das Buch fest hält, so sicher fährt der Bus. Hoffentlich lässt er es nicht fallen ...
Während der Fahrt scheppert, hohlblechig, eine Coladose über den Boden ... keiner hebt sie auf ... der Fahrer, bei jedem blechernen Geräusch zuckt sein Gesicht ... ich sehe es im Rückspiegel ... an der nächsten Haltestelle steht der Student auf und kickt die Dose 'raus. Der Fahrer lacht ...
... und fährt weiter. Letzte Etappe bis zum Wanne-Eickeler Bahnhof. Ich steige aus, mich interessiert: Auf einen Bahnsteig setzen und die Leute beobachten, die Züge, Geleise. Dann zur Bahnhofspresse, eine Wochenzeitung, eine Tageszeitung kaufen ...
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Standort:
Herne
Montag, Oktober 17, 2016
arbeitsjournal 1, vom 171016 - (Morgen)
8.40 Es wollte ein Geist mit mir 'wachen'. Nachtwache. Was soll das? Wir liegen nicht im Zelt, mit Blick auf den Himalaya. Spinnert. Die halbe Nacht da gelegen. Folge: Ungeduschte, amputierte Lektürestunde. Kurzer Blick ins mythologische Lexikon, etwas über Spinnenfrauen notiert. Den Mythos der Syrinx bei Ovid nachgelesen. Die Entstehung der Panflöte. Wegen Bob Dylan. Zunächst die erzählerische Form kritisiert, dann als damals übliche Stilistik anerkannt ...
9.00 3 Seiten Prosa: Thriller. Dan Brown. Klischees, kitschiger Stil, wenn auch gute Ideen. Braucht schon eine krebskranke Heldin am Romananfang, um die Leser zu überzeugen ... Mir ekelt es. Wie üblich: Den Lesegoofies gefällt es, ich finde lauter Übertreibungen, ein einziges Inferno ...
9.15 Die fertigen Kurztexte durchgegangen. Manches Brauchbares. Vereinzelte
Texte brauchen noch Gesellschaft. Die besseren Literaturzeitschriften bevorzugen eine Auswahl. Bedauert, nur an freien Tagen und am Wochenende dafür Zeit zu haben ...
9.30 Bomm, bedromm bomm! Musik mit Chören, mythische Hymnen treiben mir den Geist zum Licht.
10.00 Weltlage. Was ist mit Mossul? Entschluss, das dreckige Wäsche waschen Trumps fortan zu ignorieren (Ami: Wir sind stolz darauf! Ich: Ich nicht.), und ja, die Ungarn wehren sich endlich gegen Fidesz. Wurde auch Zeit.
10.15 Die Feuilletons quellen immer noch über vor Bob. Dylan hier, da und dort. Der alte Mann und sein Preis. Sein frühes Buch Tarantula auf den Lesetisch gelegt. Sonst wenig Relevantes.
11.00 Arbeit am Roman. Die Plottingphase liegt hinter mir, ich komme ins Schreiben. Katja ist mir schon sympathisch. Die vom Leben, vom Krieg und ihrer Ehe zerrüttete, ewige Unterdrückte. Die schon froh ist, das sie sich nicht mehr aufhängen will. Das gefällt. Der Prolog, immerhin das lernen wir von Dan Brown, muss deutlich länger, die erzählerische Rahmung muss präzisiert werden ... Katjas Erlebnisse, ihren Status quo, zu beschreiben, das sind ca. 10 Seiten, vllt. mehr ...
9.00 3 Seiten Prosa: Thriller. Dan Brown. Klischees, kitschiger Stil, wenn auch gute Ideen. Braucht schon eine krebskranke Heldin am Romananfang, um die Leser zu überzeugen ... Mir ekelt es. Wie üblich: Den Lesegoofies gefällt es, ich finde lauter Übertreibungen, ein einziges Inferno ...
9.15 Die fertigen Kurztexte durchgegangen. Manches Brauchbares. Vereinzelte
Texte brauchen noch Gesellschaft. Die besseren Literaturzeitschriften bevorzugen eine Auswahl. Bedauert, nur an freien Tagen und am Wochenende dafür Zeit zu haben ...
9.30 Bomm, bedromm bomm! Musik mit Chören, mythische Hymnen treiben mir den Geist zum Licht.
10.00 Weltlage. Was ist mit Mossul? Entschluss, das dreckige Wäsche waschen Trumps fortan zu ignorieren (Ami: Wir sind stolz darauf! Ich: Ich nicht.), und ja, die Ungarn wehren sich endlich gegen Fidesz. Wurde auch Zeit.
10.15 Die Feuilletons quellen immer noch über vor Bob. Dylan hier, da und dort. Der alte Mann und sein Preis. Sein frühes Buch Tarantula auf den Lesetisch gelegt. Sonst wenig Relevantes.
11.00 Arbeit am Roman. Die Plottingphase liegt hinter mir, ich komme ins Schreiben. Katja ist mir schon sympathisch. Die vom Leben, vom Krieg und ihrer Ehe zerrüttete, ewige Unterdrückte. Die schon froh ist, das sie sich nicht mehr aufhängen will. Das gefällt. Der Prolog, immerhin das lernen wir von Dan Brown, muss deutlich länger, die erzählerische Rahmung muss präzisiert werden ... Katjas Erlebnisse, ihren Status quo, zu beschreiben, das sind ca. 10 Seiten, vllt. mehr ...
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Donnerstag, Oktober 13, 2016
beschreibungen 1 /131016 hecate und greifenvögel
Über den frühen Straßen Nebel, das Murren der Leute hat aufgehört. Nur vereinzelte graue Gedanken durchschneiden noch das Aerial. Menschen, zeitwärts Wege gehend, Läufte machend, im Ticken ihrer Gangart schon beherrscht. Haben sie die Zeit gefunden, manche wissen es nicht. Sie scheitern. Scheiterhaufen? Nein. Tätige Automaten.
Später. Rauch steigt aus dem Stäbchensarg. Inzidenzien, gekräuselt; Kerzen. Die Ideen steigen, Phönix, aus dem Mythologenbuch. Hecate und Greifenvögel. Sie sitzen im Weltenmeer auf einem gesprungenen Ei und malen Frauenköpfe auf geistige Leinwände. Was bleibt, ist kalter Kaffee. Schütte ihn weg, Siegfried oder der Drache muss sich schämen.
Vormittag. Tabak krümelt. Lappen, Tisch. Fernsehen. Zwei dicke Komiker tanzen vor den Spiegeln, die in mir sind. Gott kommt als Eva und erlaubt eine Folge. Nach Zweien werden die Spiegel unscharf, Rekalibration auf Weiteres. Lautlos geblieben.
Bert Brecht, April 1941. Exil: "Meine beiden Produktionsmittel, die Zigarren und die Kriminalromane, gehen aus und müssen rationalisiert werden." Von meinen ist genug da: Zigaretten, bisschen Alkohol, Fernsehen: Arte. Exilant, literarischer Dissident, bin ich, nur gefühlt, ebenfalls. Ehrenexilant in meiner Wohnhöhle. Gottes Schwert, Wortfinder, alles, was irgendwie nützt. Wozu nützt?
Mittag. Arte Journal: Haiti. Das zu oft zerstörte Land versinkt erneut im kollektiven Schmerzensmeer. Eine fröhlich wehende Fahne steht auf einem Schuttberg. Die im Hurrikan durchgebrochenen Leben kehren trotzdem nie zurück. Die große Sturmschwalbe war Schuld, klagt die Götter an, sie haben euch weh getan!
Mein tägliches Brot: Ich halte Gericht über die Toten und manche der Lebenden. Heute aus aktuellem Anlass Heidegger in den Tartarus geschickt. Als hängenden Lebensfaden, der ewig schreit.
Interludium Twitter: Dario Fo ist tot. Ja, der hat ewig in den Himmeln der theatralischen Komik an seiner Heiterkeit gefeilt. Ein großer Verlust.
Seit Tagen gewartet: Wer bekommt den Literaturnobelpreis? Manche der Gewaltigen halten sich seit zwölf Uhr nervös an einem Whiskey oder, bei Adonis, einem Raki fest. Das Erratische der Verleihung zaubert immer aufs Neue überraschende literarische Meister hervor ...
.. 12.35 Gewisper und Gemurmel aus Stockholm, hauptsächlich ältere Männer, klassizistische Fassade, Märcheninsel. Sehnsuchtsort für Literaten. Kameras suchen noch leere Flächen ab ... dann Punkt 13.00, tritt die Magistratin auf und benennt Bob Dylan! Ein Wahnsinn!
Später. Rauch steigt aus dem Stäbchensarg. Inzidenzien, gekräuselt; Kerzen. Die Ideen steigen, Phönix, aus dem Mythologenbuch. Hecate und Greifenvögel. Sie sitzen im Weltenmeer auf einem gesprungenen Ei und malen Frauenköpfe auf geistige Leinwände. Was bleibt, ist kalter Kaffee. Schütte ihn weg, Siegfried oder der Drache muss sich schämen.
Vormittag. Tabak krümelt. Lappen, Tisch. Fernsehen. Zwei dicke Komiker tanzen vor den Spiegeln, die in mir sind. Gott kommt als Eva und erlaubt eine Folge. Nach Zweien werden die Spiegel unscharf, Rekalibration auf Weiteres. Lautlos geblieben.
Bert Brecht, April 1941. Exil: "Meine beiden Produktionsmittel, die Zigarren und die Kriminalromane, gehen aus und müssen rationalisiert werden." Von meinen ist genug da: Zigaretten, bisschen Alkohol, Fernsehen: Arte. Exilant, literarischer Dissident, bin ich, nur gefühlt, ebenfalls. Ehrenexilant in meiner Wohnhöhle. Gottes Schwert, Wortfinder, alles, was irgendwie nützt. Wozu nützt?
Mittag. Arte Journal: Haiti. Das zu oft zerstörte Land versinkt erneut im kollektiven Schmerzensmeer. Eine fröhlich wehende Fahne steht auf einem Schuttberg. Die im Hurrikan durchgebrochenen Leben kehren trotzdem nie zurück. Die große Sturmschwalbe war Schuld, klagt die Götter an, sie haben euch weh getan!
Mein tägliches Brot: Ich halte Gericht über die Toten und manche der Lebenden. Heute aus aktuellem Anlass Heidegger in den Tartarus geschickt. Als hängenden Lebensfaden, der ewig schreit.
Interludium Twitter: Dario Fo ist tot. Ja, der hat ewig in den Himmeln der theatralischen Komik an seiner Heiterkeit gefeilt. Ein großer Verlust.
Seit Tagen gewartet: Wer bekommt den Literaturnobelpreis? Manche der Gewaltigen halten sich seit zwölf Uhr nervös an einem Whiskey oder, bei Adonis, einem Raki fest. Das Erratische der Verleihung zaubert immer aufs Neue überraschende literarische Meister hervor ...
.. 12.35 Gewisper und Gemurmel aus Stockholm, hauptsächlich ältere Männer, klassizistische Fassade, Märcheninsel. Sehnsuchtsort für Literaten. Kameras suchen noch leere Flächen ab ... dann Punkt 13.00, tritt die Magistratin auf und benennt Bob Dylan! Ein Wahnsinn!
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Montag, August 03, 2015
was das Theater ist und was es kann
Das heutige Theater erzeugt Sinn für die Gesellschaft, in der theatralen Abbildung der Wirklichkeit werden Kritiken, Untersuchungen, Geschichten und Ästhetisierungen oder Spiele möglich, die in der Lage sind, Empfindungen, Wahrnehmung, Denken und Verhalten der Zuschauenden in Frage zu stellen oder gar, das alte Lied, diese Dinge zu verändern. Im Theater bekommen wir die Chance, spielerisch Perspektiven zu wechseln oder Illusionen niederzureißen, was unglaublich wichtig ist, da dazu kaum Jemand von sich aus fähig ist. Im Gegensatz zur Literatur oder zum Film besticht das Theater durch seine wirkliche Existenz, es ist ein sichtbar gemachter, fiktiver, dreidimensionaler Raum. Diese Existenz steigert die Intensität der Erfahrung dadurch, dass die Zuschauer die Wirklichkeit und ihre Natur als Traumbild so besser begreifen können. Doch diese Traummaschine kann noch weit mehr, als die Realität als Fiktion begreifen zu lassen. Wir lernen, die Wirklichkeit und ihre Diskurse durch spezielle Ästhetiken und Show, Unterhaltung, besser zu verstehen. Das Theater nimmt uns die Angst vor dem Ausgeliefertsein des Unwissenden, es reißt uns den Schleier von den Augen, gibt uns die, wenn auch geringe, Freiheit, alles selbst sehen zu können. Die Mythologien aller Zeiten hatten denselben Zweck. Theater ist Ordnungsfunktion, Erklärungsmaschine.
Um diese Erklärungsmaschine sein zu können, müssen Theatermacher bestimmte Eigenschaften haben: Diese Leute sind heute interdisziplinär gebildet und geschult in szenischem Denken. Darüber hinaus beweisen Viele die Fähigkeit, sich den Konflikten, Problemen, Kriegen dieser Welt oder dem Leiden als pars pro toto dafür, brutal auszusetzen. Das erfordert eine abgehärtete Psyche und unendlich viel das, was vielleicht hier als emphatisches Bewusstsein stehen kann. Dazu hilft es, zu wissen, das alles, das wir erleiden etwas Menschliches ist. Das Theater weiß das. Es weiß alles über den Menschen und wie er ist oder sein könnte. Was er aushalten kann. Oder eben nicht. Auch daraus entsteht die Moral des Theaters. Aber das Theater und die, die es schaffen, wissen, dass das Leben ein Fest ist, das gefeiert werden muss. Es ist schließlich aus dem Dionysoskult entstanden, aus Fruchtbarkeitsriten. Das sollten wir nie vergessen. Also: Party on!
Um diese Erklärungsmaschine sein zu können, müssen Theatermacher bestimmte Eigenschaften haben: Diese Leute sind heute interdisziplinär gebildet und geschult in szenischem Denken. Darüber hinaus beweisen Viele die Fähigkeit, sich den Konflikten, Problemen, Kriegen dieser Welt oder dem Leiden als pars pro toto dafür, brutal auszusetzen. Das erfordert eine abgehärtete Psyche und unendlich viel das, was vielleicht hier als emphatisches Bewusstsein stehen kann. Dazu hilft es, zu wissen, das alles, das wir erleiden etwas Menschliches ist. Das Theater weiß das. Es weiß alles über den Menschen und wie er ist oder sein könnte. Was er aushalten kann. Oder eben nicht. Auch daraus entsteht die Moral des Theaters. Aber das Theater und die, die es schaffen, wissen, dass das Leben ein Fest ist, das gefeiert werden muss. Es ist schließlich aus dem Dionysoskult entstanden, aus Fruchtbarkeitsriten. Das sollten wir nie vergessen. Also: Party on!
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Donnerstag, Dezember 04, 2014
Ballad of Gitmo
Im Frühlicht den heutigen Ayat murmelnd
-Dir allein dienen wir,
und dich allein bitten wir um Hilfe-[1]
Am schwarzen Ort strecken sich seine
Hände durch kleine Öffnungen
Augen, dunkel wie der Ort,
angsterfüllt,
saugen das Himmelslicht ein
bleiben destotrotz finster
der Schmerz frisst das Licht
-Doch Allah ist huldvoll gegen alle Welten-
Was er sieht, ist Stacheldraht,
dahinter stars and stripes und
das rote Schild mit einem gelben M,
wie könnte es anders sein
und das blaue Meereswasser
wenn er es sieht in seiner SEELEN-Nacktheit
leidwund in Psychosen verstrickt durch
kleine Piekser mit diversen Spritzen
psychodrogen dauerverhöre fussfesseln
mürbegemacht zerstört irre geworden
nein er schaut und sieht: wie blind.
in den Schatten seiner gezwungenen Existenz
hilft ihm nur der Limbus seiner Gebete-
-Friede sei auf Moses und Aaron- rezitiert er manchmal
An EYE FOR AN EYE thought g.w. and drank his whiskey
dachte der Wärter das hörend
und sie zerrten ihn in den Verhörraum
:THE TORTURER WAS 20 HOURS IN OPERATION:
IM GEFANGENEN KAUM MEHR LICHT
die Folterknechte gehen Burger fressen
währenddessen bricht die Seele durch
Letztes Murmeln
-Ich nehme meine Zuflucht zum Gott der Menschen vor dem Übel des Einflüsterers-
Jäher Ruck
LIGHT OF PARADISE
Sein Kopf hängt in einem Strick aus Lumpen
im Achselzucken der Militärpolizisten
steht die Morgenröte über der Bay
Eindringendes Frühlicht
A BLOODY WRITING ON THE WALL:
Nicht schuldig! (auf arabisch)
[1] Die in Spiegelstrichen eingefassten Zeilen sind Ayats aus dem Koran
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